Wieso kräht ein Hahn am frühen Morgen und wieso fallen die Hühner nachts nicht von der Sitzstange? Hier haben wir ein paar Fakten rund um Henne, Hahn und Ei zusammengestellt.

  1. Unseren Hühnern wurde die Schnabelspitze nicht abgeschnitten. In der Schnabelspitze der Hühner sitzt der Tastsinn - hiermit erkunden Hühner ihre Umwelt. Deshalb ist es auch fatal, ihnen den Schnabel zu kürzen, wie es bei den meisten konventionellen Betrieben üblich ist.

  2. Zum Eierlegen braucht eine Henne keinen Hahn. Der Hahn sorgt lediglich für die Befruchtung des Eis, also dass daraus auch ein Küken schlüpfen kann.

  3. Weil Hühner keine Zähne haben, müssen sie kleine Steinchen fressen. So wird das Futter im Muskelmagen zermahlen. Wenn Hühner keinen Auslauf im Freien haben oder dort nichts Passendes finden, muss man ihnen Grit ins Futter geben. Das sind kleine Kieselsteinchen und Muschelkalk.

  4. Wenn Hühner etwas zum Fressen gefunden haben, dann gackern sie. Bis zu 20 verschiedene Töne haben sie in ihrem Wortschatz.

  5. Hühner haben eine ausgeprägte Rangfolge: Sie hacken sich gegenseitig mit den Krallen und dem Schnabel. Welches Tier welchen Platz in der Hackordnung einnimmt, liegt meist an der Körpergröße, an der Kammfarbe und am Hormonspiegel. Ranghöhere Tiere dürfen zum Beispiel zuerst zum Futter und sichern sich einen besseren, also sicheren, Schlafplatz.

  6. Hähne krähen am frühen Morgen zur Dämmerung, um die Hühner zu wecken. Das ist eine Form von Imponier- oder Balzgehabe und heißt so viel wie: Mädels, raus aus den Federn, euer Hahn ist wach.

  7. Aus Angst vor Fressfeinden schlafen Hühner gern auf etwas erhöhten Plätzen. In der Natur können das Äste sein, im Stall sind Sitzstangen gut. Dieses Verhalten bezeichnet man als Aufbäumen. Weil sich die Muskeln der Vögel in entspanntem Zustand zusammenziehen, fallen die Hühner genau wie andere Vögel nicht von der Stange, während sie schlafen. Wollen die Tiere ihre Umklammerung lösen, müssen sie dagegen Kraft aufwenden.

  8. Die rosafarbene Stelle an der Seite des Hühnerskopf ist die Ohrscheibe. Ob ein Ei weiß oder braun ist, liegt an der Farbe der Ohrscheibe der Hühner. Das sind die Lappen unter dem Ohr der Hühner. Hat ein Huhn farbige Ohrscheiben, sind die Eier meist braun, ein Huhn mit weißen Ohrscheiben legt weiße Eier. Wenn die Eier noch gelagert werden sollen, darf man sie auf keinen Fall feucht abwischen. Sonst zerstört man eine dünne Schutzschicht auf der Schale

  9. Ein Ei ist mindestens 28 Tage haltbar, wenn es kühl gelagert wird. Ob es noch frisch ist, erkennt man an folgendem Trick: Wenn man das Ei in ein Glas Wasser legt und es geht unter, ist es frisch, schwimmt es oben, sollte man vorsichtig sein. Chinesen essen übrigens tausendjährige Eier. Das sind Eier, die in einem Brei, der unter anderem aus Anis, Kalk, Teeblättern, Asche und Salz besteht, gelagert werden.  So sind die Eier bis zu drei Jahre haltbar. Eiweiß und Eidotter verändern aber dadurch ihre Konsistenz und Farbe.

  10. Die Küken können schon im Ei über Pieptöne miteinander kommunizieren - deshalb schlüpfen sie meist auch gleichzeitig.

Ehe Jesus von Petrus verleugnet wurde, hat ein Hahn drei Mal gekräht. Seither gilt das Tier in der christlichen Symbolik als Zeichen für Wachsamkeit. Deshalb mussten im 9. Jahrhundert die Kirchen in Europa einen Hahn auf der Turmspitze haben - natürlich nur einen symbolischen. Daher kommt der Wetterhahn.

Quelle: Artikel unserer weltallerbesten Bioland-Kollegin Magdalena Fröhlich. Zur Bioland-Website